Kosten

Hochzeitsfotograf-Kosten: Was üblich ist und woraus der Preis besteht

Roland Hentschel · 6 Minuten Lesezeit

Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Braut im Mittelgang einer gotischen Kirche mit hohen Spitzbögen und großen Buntglasfenstern, umgeben von Hochzeitsgästen
Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Braut im Mittelgang einer gotischen Kirche mit hohen Spitzbögen und großen Buntglasfenstern, umgeben von Hochzeitsgästen

Die Frage nach dem Preis stellen mir die meisten Paare zuletzt, dabei steht sie von Anfang an im Raum. Ich beantworte sie hier so, wie ich sie am Telefon beantworte: mit Zahlen, mit dem, was dahintersteckt, und ohne den Satz, dass sich gute Bilder nun einmal nicht in Geld ausdrücken lassen. Lassen sie sich doch. Man muss nur sagen, wofür das Geld draufgeht.

Was im deutschen Markt üblich ist

Paare zeigen mir im Vorgespräch oft die Angebote, die sie sonst noch eingeholt haben. Für eine Reportage, die vom Ankleiden bis in den Abend reicht, liegen diese Angebote im Ruhrgebiet meistens zwischen 1.200 und 2.800 Euro. Nach unten gibt es alles bis herunter zu 400 Euro, nach oben hört es nie auf. Diese Spanne ist keine Preisempfehlung, sondern das, was mir seit Jahren über den Tisch geschoben wird.

Die Spanne ist so breit, weil hinter dem Wort Hochzeitsfotograf sehr verschiedene Dinge stecken. Am unteren Ende steht meist jemand, der nebenbei fotografiert, zwei bis drei Hochzeiten im Jahr begleitet und die Bilder mit einem Filter über den ganzen Satz legt. In der Mitte stehen Berufsfotografen, für die das der Hauptberuf ist. Am oberen Ende kommen Zweitfotograf, Album, Zweittermin und ein Team dazu.

Wichtiger als die Zahl ist deshalb die Frage, was die Zahl umfasst. Zwei Angebote über 1.500 Euro können sechs oder zwölf Stunden bedeuten, 200 oder 600 Bilder, Lieferung nach drei Wochen oder nach fünf Monaten. Erst wenn ihr diese vier Werte nebeneinanderlegt, vergleicht ihr wirklich Preise.

Menükarte auf Holzscheibe mit rosa Blume und weißem Schleierkraut als Tischdekoration
Menükarte auf Holzscheibe mit rosa Blume und weißem Schleierkraut als Tischdekoration

Woraus mein Preis besteht

Ich habe drei Pakete, und ich stelle sie offen auf die Seite, damit niemand ein Formular ausfüllen muss, um eine Zahl zu bekommen. Standard kostet 1.350 Euro. Dafür bin ich 6 Stunden bei euch und ihr bekommt 300 bis 500 fertig bearbeitete Bilder.

Standard Plus kostet 1.750 Euro und deckt 8 Stunden ab, also in der Regel den Tag vom Ankleiden bis zum Eröffnungstanz, mit 400 bis 750 Bildern. Luxury kostet 2.350 Euro, umfasst 10 Stunden, 500 bis 800 Bilder und zusätzlich ein Shooting vorab sowie eine Fotobox am Abend. Die vollständigen Leistungen stehen auf der Übersicht der Pakete.

In jedem der drei Pakete steckt außerdem, was bei mir nicht extra kostet. Anfahrt bis 50 Kilometer. Antwort auf eure Anfrage innerhalb von 24 Stunden. Erste Vorschaubilder in den ersten 14 Tagen. Vollständige Galerie nach sechs bis acht Wochen.

Was ich nicht mache, ist ein Grundpreis mit einer Liste von Zusätzen darunter. Ich habe schon Angebote gesehen, bei denen die Bilddateien in voller Auflösung 350 Euro extra kosteten. Das ist, als würde ein Bäcker die Tüte berechnen.

Warum die Nachbearbeitung den größten Teil ausmacht

Der häufigste Denkfehler beim Preis ist die Rechnung über den Hochzeitstag. Acht Stunden vor Ort, das klingt nach einem langen Arbeitstag, aber eben nach einem. Tatsächlich ist der Tag selbst der kleinere Teil der Arbeit.

Aus acht Stunden Reportage kommen bei mir zwischen 2.500 und 4.000 Auslösungen zurück. Der erste Durchgang sortiert alles aus, was doppelt, unscharf oder einfach kein Bild ist. Der zweite Durchgang wählt aus, was bleibt. Danach bekommt jedes einzelne dieser Bilder eine Bearbeitung: Belichtung, Weißabgleich, Bildschnitt, Hauttöne, und bei einem Teil auch Retusche. Eine Steckdose neben dem Brautkleid ist eine Sache von zwei Minuten, aber zwanzig Steckdosen sind eine Stunde.

Zusammengerechnet stecken in einer Ganztagsreportage bei mir rund 25 bis 35 Arbeitsstunden, von denen die Hochzeit selbst acht ausmacht. Dazu kommen Vorgespräch, Anfahrt, die Absprache mit der Location, das Sichern der Daten auf mehreren Datenträgern und die Galerie, die ich für euch anlege. Wer den Preis durch die Stunden am Hochzeitstag teilt, rechnet mit einem Drittel der Arbeit.

Der Rest ist das, was jedes Handwerk hat und niemand gern hört: Kameras, Objektive, Ersatzgehäuse, Versicherung, Steuern, Altersvorsorge, Software, Speicher. Ein Gehäuse, das nach vier Jahren durch ist, kostet so viel wie eine ganze Reportage.

Eine Braut in weißem Spitzenkleid mit Schleier hält einen Brautstrauß aus weißen und rosa Blüten in einem grünen Garten
Eine Braut in weißem Spitzenkleid mit Schleier hält einen Brautstrauß aus weißen und rosa Blüten in einem grünen Garten

Was den Preis nach oben oder unten bewegt

Die Dauer ist der stärkste Hebel. Wer nur das Standesamt und eine Stunde Paarzeit möchte, braucht keine zehn Stunden zu bezahlen. Umgekehrt bringt es nichts, sechs Stunden zu buchen, wenn die Feier erst um 20 Uhr richtig anfängt. Dann fehlt am Ende genau der Teil, den ihr später am liebsten anschaut. Wie sich ein Tag realistisch verteilt, habe ich im Zeitplan für den Hochzeitstag aufgeschrieben.

Die Anfahrt bis 50 Kilometer ist bei mir eingerechnet, weil ich im Ruhrgebiet arbeite und das fast jede Hochzeit abdeckt, die ich fotografiere. Darüber hinaus rechne ich die Fahrt ab, und bei sehr weiten Wegen kommt eine Übernachtung dazu.

Der Termin selbst spielt eine kleinere Rolle, als viele denken. Ich habe keine Sommer- oder Samstagszuschläge. Was der Termin beeinflusst, ist die Verfügbarkeit: Für Samstage zwischen Mai und September fragen Paare oft ein Jahr im Voraus an, für einen Freitag im März reichen manchmal drei Monate.

Woran ihr ein Angebot erkennt, das zu günstig ist

Ich rate niemandem vom günstigen Fotografen ab. Ich habe selbst einmal angefangen und war entsprechend billig. Es gibt aber ein paar Punkte, bei denen ich nachfragen würde.

Wenn im Angebot keine Lieferzeit steht, fragt danach und lasst sie euch schriftlich geben. Die längste Wartezeit, von der mir ein Paar erzählt hat, betrug elf Monate. Wenn keine Bildzahl genannt wird, fragt nach einer Untergrenze. Wenn es keine vollständige Hochzeit zu sehen gibt, sondern nur die besten zwanzig Bilder aus drei Jahren, dann fragt nach einer kompletten Galerie von Anfang bis Ende. Zwanzig gute Bilder hat jeder. Vierhundert gute Bilder von einem einzigen Tag hat nicht jeder.

Und fragt, was passiert, wenn der Fotograf am Hochzeitstag krank wird. Ich vermittle in diesem Fall einen Kollegen mit vergleichbarer Erfahrung, und genau so steht es in meinen AGB. Wer auf diese Frage keine Antwort hat, hat über den Fall noch nicht nachgedacht.

Was ich statt eines Preisvergleichs empfehle

Sucht euch drei Fotografen, deren Bilder euch gefallen, und telefoniert mit allen dreien. Nach zwanzig Minuten am Telefon wisst ihr mehr über die Zusammenarbeit als aus jedem Portfolio. Der Mensch, der euch beim Ankleiden im Zimmer steht und später vor dem Standesamt sagt, wo ihr hingehen sollt, muss zu euch passen. Das ist keine Frage des Preises.

Wenn ihr euch vorher ausprobieren wollt, ohne dass gleich der ganze Hochzeitstag daran hängt, ist ein Paarshooting der einfachste Weg. Eine Stunde reicht, um zu merken, ob ihr euch mit jemandem vor der Kamera wohlfühlt.

Brautpaar küsst sich in grüner Landschaft mit Blumenstrauß
Brautpaar küsst sich in grüner Landschaft mit Blumenstrauß

Häufige Fragen zu den Kosten

Wie teuer ist ein Fotograf bei der Hochzeit?
Bei mir beginnt die Hochzeitsreportage bei 1.350 Euro für 6 Stunden inklusive 300 bis 500 bearbeiteter Bilder. Deutschlandweit ist je nach Region und Erfahrung eine große Spanne üblich; entscheidend ist, was im Preis wirklich enthalten ist.
Was kostet ein Fotograf für 4 Stunden?
Ein festes Vier-Stunden-Paket habe ich bewusst nicht: Unter 6 Stunden lässt sich eine Hochzeit selten sinnvoll erzählen. Für kurze standesamtliche Trauungen im kleinen Kreis vereinbare ich eine passende Begleitung auf Anfrage, mit denselben Leistungen bei Bearbeitung und Galerie.
Warum ist ein Hochzeitsfotograf so teuer?
Weil der Hochzeitstag nur der sichtbare Teil ist. Dahinter stehen das Vorgespräch, die Anfahrt, viele Stunden Auswahl und Bearbeitung, Galerie und Datensicherung sowie Technik in doppelter Ausführung. Auf die Gesamtzeit gerechnet relativiert sich der Tagespreis deutlich.
Wie viele Stunden Fotograf für die Hochzeit?
Für Standesamt mit Feier sind 6 Stunden ein guter Rahmen, vom Ankleiden bis zum Eröffnungstanz eher 8. Wer Vorbereitungen und Party vollständig im Album haben will, nimmt die lange Begleitung mit 10 Stunden.
Wie viel kostet ein Hochzeitsfotograf in NRW?
In Nordrhein-Westfalen gilt dieselbe Logik wie überall: Die Spanne ist groß, und Pauschalzahlen helfen wenig. Meine Preise für das Ruhrgebiet stehen offen auf dieser Seite, ab 1.350 Euro, mit Anfahrt bis 50 Kilometer inklusive.
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